Neue 12,5%-Sonderabgabe wegen Zwangsarbeitsvorwürfen summiert sich mit bestehenden 25% auf 37,5% für Schuhe, Maschinen und Chemie. Brasilien verhandelt.

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Brasília – Die USA haben am Donnerstag (23.) einen neuen Zoll von 12,5% auf brasilianische Exporte mit der Begründung der Bekämpfung von Zwangsarbeit angekündigt, der ab Freitag (24.) in Kraft tritt. Diese Maßnahme addiert sich zu dem bereits in dieser Woche in Kraft getretenen Aufschlag von 25%, sodass die Gesamtbelastung für Sektoren wie Schuhe, Maschinen, Bekleidung und nicht-pharmazeutische Chemieprodukte auf 37,5% steigt, wie von der Nachrichtenagentur Agência Brasil bestätigt wurde.
Der Minister für Entwicklung, Industrie, Außenhandel und Dienstleistungen (MDIC), Márcio Elias Rosa, bezeichnete die neue Abgabe als „ungerechtfertigt“ und wies auf die zusätzliche reputationsschädigende Wirkung der Zwangsarbeitsvorwürfe hin – ein Schlag, der das Image brasilianischer Produkte weit über den Preis hinaus treffe.
Der 25%-Zoll, der zwei Tage zuvor in Kraft getreten war, betrifft 19% der brasilianischen Exporte in die USA. Die geschätzten Auswirkungen liegen nach Angaben von Apex-Brasil und Amcham zwischen 7,2 und 11 Milliarden US-Dollar. Insgesamt sind 2.300 Produkte betroffen, wobei die Auswirkungen zu 52% auf die Bundesstaaten São Paulo und Santa Catarina entfallen. Der neue 12,5%-Zoll eröffnet eine zweite Front für die Industrie, die sich bereits auf die erste Hürde einstellte.
Rindfleisch, Kaffee, Orangensaft und Obst bleiben laut der vorläufigen Liste des MDIC von beiden Zollsätzen ausgenommen. Das Ministerium erhebt derzeit die vollständige Liste der Produkte, die der Doppelbesteuerung unterliegen. Daher schwanken die Angaben zu den ausgenommenen Positionen in den Berichten; die technischen Mitarbeiter raten zur Vorsicht bei selbst erstellten Listen.
Angesichts der Eskalation setzt die brasilianische Regierung vorrangig auf den diplomatischen Weg, schließt aber nicht aus, das Gesetz über wirtschaftliche Reziprozität anzuwenden. Gleichzeitig hält sie am Programm Brasil Soberano fest, das Kredite in Höhe von 18,5 Milliarden BRL zur Abfederung der Zollauswirkungen bereitstellt. Nach Angaben des Ministeriums sind die Gespräche mit der US-Regierung für den nächsten Monat wieder angesetzt.
Die doppelte Zollbelastung innerhalb von drei Tagen verändert die Natur des Handelsstreits: Die Rechnung wird teurer und wiegt nun auch reputationsseitig schwerer.