Cybervorfall bei Caixa schränkt Einzahlungen und Rechnungszahlungen in Lotteriestellen auf 2.000 R$ ein. Normalisierung für 27. Juli erwartet. Geschäfte melden Millionenschäden.

Diesen Artikel anhören
Kore • de-DE
Am vergangenen Dienstag, dem 21. Juli, identifizierte die Caixa Econômica Federal einen Cyberangriff, der den Betrieb ihres Lotteriekanals beeinträchtigte und die Bank zu Notfallbegrenzungen bei Finanztransaktionen zwang. Seitdem liegt der maximal zulässige Betrag für Einzahlungen und die Bezahlung von Rechnungen anderer Banken in den Lotteriestellen bei 2.000 R$. Die vollständige Wiederherstellung der Dienste wurde auf den kommenden Montag, den 27. Juli, verschoben, wie Convergência Digital berichtet.
Die Maßnahme trifft Millionen von Brasilianern, die auf die Lotteriestellen als ihren wichtigsten – oder einzigen – Zugang zum Finanzsystem angewiesen sind. Ohne Bankkonto nutzen diese Menschen die Einrichtungen, um Rechnungen zu bezahlen, Einzahlungen zu tätigen und kleine Beträge zu bewegen. Mit der Einschränkung werden einfache Transaktionen über 2.000 R$, wie die Bezahlung einer Mietrechnung oder einer Kreditkartenabrechnung, in diesen Geschäften unmöglich.
Die Grenze von 2.000 R$ pro Transaktion gilt für zwei spezifische Dienstleistungscodes: Rechnungen anderer Banken (Code 850100) und Einzahlungen (Code 012081), wie Convergência Digital ermittelte. Die Sperre ist im gesamten Lotteriekanal mindestens bis Samstag, den 25. Juli, aktiv; eine Normalisierung wird erst am Montag, den 27. Juli, erwartet. Die Caixa bestätigte den Cybervorfall am Dienstag, den 21. Juli, gab jedoch weder die Ursache des Angriffs noch bekannt, ob es zu einem Datenleck kam.
Für die Betreiber der Lotteriestellen sind die Verluste unmittelbar und beträchtlich. Ein Unternehmer der Branche berichtete Convergência Digital, dass seine Einrichtung rund 500.000 R$ an unregelmäßigen Bewegungen verzeichnete. Ein weiterer Betreiber im Bundesstaat São Paulo registrierte über 300.000 R$ an Rechnungen, die aufgrund der Einschränkungen nicht bezahlt wurden. Hunderte von Einrichtungen in verschiedenen Bundesstaaten seien betroffen, so die von der Redaktion gesammelten Berichte.
Trotz der Unannehmlichkeiten erklärte die Caixa Econômica Federal, dass weder für die Kunden noch für die Lotteriebetreiber finanzielle Verluste entstehen würden. Die Bank machte jedoch keine Angaben dazu, wie eine Entschädigung oder Kompensation der gemeldeten Verluste erfolgen soll. Auf Nachfrage betonte die Pressestelle des öffentlichen Kreditinstituts lediglich, dass die Normalisierung der Dienste für das Wochenende vorgesehen sei, ohne technische Informationen zu dem Vorfall zu liefern.
Die Lotteriestellen fungieren in tausenden brasilianischen Gemeinden als Verlängerung des Bankennetzes und sind oft die einzige Finanzdienstleistungsstelle vor Ort. Daten der Regierung zufolge besitzen über 30 Millionen Brasilianer kein Bankkonto, und die flächendeckende Präsenz der Lotteriestellen – es gibt mehr als 13.000 Einheiten – hat sie zu Schaltern für die Bezahlung von Rechnungen, den Empfang von Sozialleistungen und Einzahlungen gemacht. Der Cyberangriff offenbart daher die Abhängigkeit von einem Netz, das trotz seiner privaten Natur eine öffentliche Funktion der finanziellen Inklusion erfüllt.
Die Caixa teilte nicht mit, ob es sich um einen Ransomware-Angriff, einen unbefugten Zugriff oder einen Konfigurationsfehler handelte. Es gab keine offizielle Mitteilung über die Preisgabe personenbezogener Daten von Kunden oder Unternehmern. Die auferlegten Beschränkungen scheinen eine Eindämmungsmaßnahme zu sein, während die technischen Teams an der Wiederherstellung der Systeme arbeiten. Bislang hat sich keine Gruppe zu dem Angriff bekannt, und die Bankpresseabteilung beschränkte sich darauf, den Vorfall und das voraussichtliche Datum der Rückkehr zur Normalität zu bestätigen.
Für diejenigen, die auf die Lotteriestellen angewiesen sind, lautet die Empfehlung, Transaktionen über 2.000 R$ bis Montag zu vermeiden und für größere Beträge auf Alternativen wie Bankcorrespondenten, Geldautomaten oder digitale Kanäle auszuweichen. Für die Unternehmer heißt es, die Verluste zu dokumentieren und auf eine detailliertere Stellungnahme der Caixa zu möglichen Kompensationen zu warten. Solange das System nicht vollständig wiederhergestellt ist, steht die unbankierte Bevölkerung vor einer weiteren Hürde beim Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen.